Weston?« »Sie können mich ruhig ›Terry‹ nennen, wenn Sie nichts dagegen haben! Selbstverständlich wird kein Geld an diese Kerle gezahlt, und Sie haben das einzig Richtige getan, als Sie sofort die Polizei verständigten.«
Sie schüttelte den Kopf. »Ich weiß nicht«, entgegnete sie zu seinem Erstaunen. »Ich muß Ihnen sogar gestehen, daß ich Mr. Decadon überreden wollte, nicht mit Scotland Yard zu telefonieren... «
»Das war nun nicht gerade die Haltung einer ehrsamen Staatsbürgerin... Aber wahrscheinlich ist das Ganze nur ein Bluff. Auf jeden Fall wollen wir sehen, daß Elijah Decadon keinen Schaden leidet. Es ist doch besser, wenn ich mal mit ihm spreche.«
Er ging die Treppe hinauf und klopfte an die Tür von Decadons Schlafzimmer. Erst nach längerer Zeit öffnete der Alte und ließ ihn ein. Panischer Schrecken hatte den Mann gepackt.
Terry telefonierte ins Präsidium, und drei Beamte erhielten Befehl, Decadons Grundstück zu bewachen. »Ich habe Mr. Decadon eindringlich gebeten, nicht auszugehen«, sagte er am Apparat. »Wenn er es doch tun sollte, müssen die beiden Leute, die vorm Haus Wache halten, ihm folgen! Sie dürfen ihn nicht aus dem Auge verlieren!«
Terry ließ sich dann mit Jiggs Allerman verbinden und bat den Amerikaner, ihn im Präsidium aufzusuchen. Als er zu seinem Büro zurückkehrte, fand er ihn schon dort vor. »Ich habe etwas für Ihren scharfen Verstand«, sagte er und überreichte ihm das gedruckte Formular.
Jiggs las es mit hochgezogenen Brauen. »Wann ist das angekommen?«
»Heute morgen. Was halten Sie davon? Nehmen Sie die Sache ernst? Oder halten Sie sie für einen Scherz?« »Das ist kein Scherz! Es handelt sich hier um eine ganz gemeine Erpressung. In Amerika ist das schon früher mit Erfolg versucht worden. Wir haben es hier mit einer organisierten Bande zu tun. Ich dachte mir schon, daß so etwas käme...«
»Sie glauben also, daß Decadon ernstlich bedroht ist?«
»Aber selbstverständlich!« entgegnete Jiggs Allerman mit Nachdruck. »Ich werde Ihnen auch sagen, warum. Die Drohungen einer solchen Bande wirken zu Anfang nicht.
Deshalb müssen zunächst ein paar Leute über den Haufen geschossen werden. Damit wird der Öffentlichkeit bewiesen, daß die Drohungen verflucht ernst gemeint sind. Vielleicht haben auch schon andere Wohlhabende derartige Briefe erhalten; andererseits wäre es ebenso wahrscheinlich, daß einstweilen nur Decadon das Formular bekommen hat und daß man an ihm ein Exempel statuieren will.« Er nahm den Bogen wieder zur Hand und hielt ihn gegen das Licht, fand aber kein Wasserzeichen in dem Papier. »Die Art und Weise, wie sie es anfangen, ist allerdings neu. Gedruckte Formulare haben sie früher nicht verwendet. Aber das hat auch seine Vorteile. Auf jeden Fall meinen es die Leute wirklich ernst.«
Terry hatte dann eine Unterredung mit seinem Vorgesetzten und nahm Jiggs dazu mit.
Der Polizeipräsident interessierte sich sehr für den Fall, war aber doch etwas skeptisch. »In England dürfte dergleichen kaum passieren, Captain Allerman«, sagte er.
»Warum nicht? Wenn in den nächsten Tagen die Schießerei in London anfängt, werden Ihnen die Augen schon aufgehen!«
4
Gewöhnlich verließ Leslie Ranger das Büro um fünf Uhr nachmittags. Decadon war aber den ganzen Tag sehr nervös und deprimiert gewesen, und als er sie bat, noch zu bleiben, kam sie seinem Wunsch aus Mitleid nach.
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